Lesung der Prolyku AutorenINNEN im Kalidoskop 02.Mai2011

Bunter Lesungsabend im Kaleidoskop.

Elsa Rieger, Wien
Lydia Gerdes, Hamburg
Monika Kafka, München
Heinz Kurt Rintelen, Wien
Thom Delissen, Erding bei München
Albertine Sprandel, Icking bei München

Musikalische Beegleitung: Ajiku Tagushi Sängerin aus Japan

Im Theatersaal der Gaststätte Prinzregenten Garten,

Pasinger Bühne Benedikterstraße 35, 81241 München,

Öffentliche.Verkehrsmittel: MetroBus 57 oder Westbad (450m) Straßenbahn 19

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März 12th, 2011 Posted in Lesungen Keine Kommentare

Ein Mann wie Papa - Elsa Rieger - soeben erschienen!

Mein Buch ist ab jetzt lieferbar!

EIN MANN WIE PAPA

Zu bestellen bei AAVAA Verlag per Email (verlag@aavaa.de) und telefonisch ( 0160 7000 185 ),
ferner in 2 Wochen bei Amazon und im Buchhandel.

elsabuch

Oktober 17th, 2010 Posted in Publikationen Keine Kommentare

“Question authority” 50 Kurzgeschichten und Lyrik von Thom Delissen

Hi Ihrs!Nu gibt es endlich mal was eigenes. Nicht immer nur Anthos und Literaturzeitschriften.

Info:

Im FV-Verlag erscheint Anfang November das Buch
„Question authority“ von Thom Delißen

Lange hat man darauf gewartet, nun ist es da!
Kurzgeschichten, die unter die Haut gehen! In dem 308 Seiten starken Werk „Question authority“ von Thom Delißen finden sich über fünfzig Short-Stories, die man als Leser so schnell nicht wieder vergisst.
Brandaktuell - oder nahezu vergessene Erinnerungen weckend – Thom Delißen nimmt kein Blatt vor den Mund.

Der Preis der Textsammlung ist Programm. Gerade einmal 5,50 Euro soll das Büchlein kosten. Ein Mittel, Literatur allen zugänglich zu machen, der Beweis, dass auch anspruchsvolle Texte zu vernünftigen Preisen gehandelt werden können.

„Question authority“ – „hinterfrage die Autoritäten“ – der Titel lässt den Inhalt ahnen. Doch was hier niedergeschrieben steht, ist nicht schlichte Opposition, ist kein agressives Aufbegehren, keine Hetze. Die Geschichten sind beklemmend aber auch wunderschön, aufrüttelnd, erinnernd -mit höchstem literarischen Anspruch. Dabei bleibt die Spannung nicht auf der Strecke – ganz im Gegenteil, sie ist eines der Werkzeuge des bayerischen Autors.

Zum ersten Mal live der Öffentlichkeit angeboten wird die Kurzgeschichtensammlung „Question authority“ von Thom Delißen am Montag den 08. November um 20.00 Uhr bei der Veranstaltung des Künstlerkreises Kaleidoskop auf der Pasinger Bühne im Gasthaus „Prinzregentengarten“ in der Benedikterstraße 35 in 81241 München.

Vorbestellungen des Buches „Question authority“ nimmt gerne der Autor unter der Mailadresse
TDTextdesign@aol.com entgegen. Auch telefonisch oder per Fax unter 08122 18553.

tdbuch


Oktober 17th, 2010 Posted in Publikationen Keine Kommentare

Heinz Kurt Rintelen

Soeben ist Band 2 von 3 Werkschauen erschienen:

“WortBruch”
FV-Verlag, Lübeck
4.40 € zu bestellen beim Autor



Es hat lange gebraucht - und was lange braucht, wird bekanntlich gut. Es wurde gedruckt, ausgeliefert und kann nun beim Autor bestellt werden. Es ist viel mehr wert als die Editions-typischen 4,40 Euro, denn es ist wie die zweite Lebenswerkschau eines Ausnahmelyrikers, den es eben auszeichnet, eine Ausnahme zu sein. Und genauso wie alle ist Kurt viel zu bescheiden, für etwas Besonderes zu werben, deshalb übernehme ich es hier als Verleger an seiner Stelle.

Es gibt AutorInnen, die sich nach einer Erstveröffentlichung nicht mehr steigern können - auch viele namhafte, bekannte AutorInnen -  doch was Kurt betrifft, so straft er diese Erwartungshaltung Lügen. Sein zweiter Band ist definitiv eine Steigerung, und vielleicht bereut er es jetzt, in jungen Jahren Fotograf und nicht gleich Autor geworden zu sein. Ich denke jedoch, dass seine Schrift mit der Lebenserfahrung reifen musste; und die Bilder einfach dazu gehören, um das Ganze wie schon im ersten Band rund zu machen. Es ist ein gutes Brevier und sollte in keinem Bücherregal fehlen.

November 15th, 2009 Posted in Publikationen Keine Kommentare

Monika Kafka


„im grüngefädelten licht“


der Textband der Münchener Autorin ist vierzehn Tage nach Ausverkauf der Erstauflage nun wieder in jeder Stückzahl im Buchhandel und beim Verlag TD Textdesign erhältlich

“Mein zweigeteiltes Herz
schlägt lyrisch -
zwischen dem Land
jenseits der Wälder
und der Metropole an der Isar
pulst Heimat mir
in der Welt der Metaphern”


mit diesen Sätzen nimmt uns die in Sibiu (für die Deutschen Hermannstadt) aufgewachsene, deutsch-rumänische Schriftstellerin Monika Kafka (geborene „Vandori“) in ihrem Buch „im grüngefädelten licht“ mit behutsamen Griff bei der Hand – führt uns in die Zeit und das Land ihrer Großeltern, lässt uns den Duft des Harzes in den Wäldern riechen, den Blick über Täler und Bergketten streicheln - ihre Silben der Erinnerung in unseren Köpfen wunderbare Blumen schaffen.
Es wird deutlich, dass an den Stätten ihrer Kindheit die Uhren nicht die Zeit messen, sondern die Ewigkeit

Jedoch auch hier und jetzt, mit kritischem Blick, stellt sich die Poetin in der, in diesen Wochen in dem bayerischen Verlag „TD Textdesign“ erschienenen Lyrik-Prosa Sammlung, der unmittelbaren Gegenwart.
„im grüngefädelten licht“ - der Titel des Werkes - lässt die Struktur des Inhaltes ahnen. Nicht nur eine im grüngefädelten licht schimmernde Reminiszenz an die alte Heimat, die Kindheit und Jugend ist es, vielmehr ebenso eine nachtblaue Reise aus der Stadt an der Isar - nicht nur gen Wien und Venedig, nein weiter, in jeder Couleur leuchtend, vor die Jahreszeiten, perlend in der Zeit, hin zu blühender Lindenfülle.
Die Gedankenfarben der Zeilen ein Kaleidoskop des Lebens.
Da werden Bilder gemalt, ineinander verfließende Aquarelltöne der Sehnsucht und Melancholie, Mahagoniworte im Zwischenflüstern.
Der goldene Freibrief einer Dichterseele entsteht mit vehementer, feinfühlig angewandter Kraft vor unseren staunenden Seelen, wir dürfen uns von einem zarten Hauch traumbenetzter, pulsierender Wortsinnlichkeit umgarnen lassen.

Monika Kafka ist 1960 geboren, die Autorin lebt seit 1981 in München.
Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik machte sie ihre Neigung, die wohl, gleich einer silbern schillernden Rose, von ihrer Großmutter, der bekannten Malerin und Bildhauerin Trude Vandory, zärtlich gehegt und gepflegt worden ist, zum Beruf, - arbeitet nun als Autorin und Buchhändlerin.

Das Buch “im grüngefädelten licht” ist unter der ISBN 978-3-9811962-6-9 zum Preis von 11,90 Euro in jedem Buchgeschäft zu bestellen
In Münchens imposantester Buchhandlung „Hugendubel am Stachus“ liegt das Werk im Lyrik - Regal.
Bestellungen am Einfachsten direkt über den 

Verlag TD Textdesign
Alter Holzgarten 1
D- 85435 Erding

Mailadresse: TDTextdesign@aol.com
Tel. + Fax (49) 08122 18553 Mobil: 017626006457

monikak


November 15th, 2009 Posted in Publikationen Keine Kommentare

dunkle anziehung

ich reklamiere sorgsam
meine sorgen für mich

schneide mir kantige
löcher in die stirne

spüre träge meine
knochenlosen glieder

krieche hinab in mein bett
bin längst schattengast

ewig ein notfall
eine erfolglose aufgabe

verschone mich
mit deinem fruchttee

veredit©Isabella Kramer 09

August 13th, 2009 Posted in Autorentexte, Isabella Kramer Keine Kommentare

Wintermond


So splittert

die Zeit

golden
im Reigen

der Erinnerung
spiegelt
sich
Kaleidoskop
zerbrochenes Glas

im Wintermond

der Ewigkeit

Juli 21st, 2009 Posted in Autorentexte, Thom Delissen Keine Kommentare

Das Größte

Unerfüllte Liebe steht porzellanen überall umher,
unangreifbar ist das heiße Sehnen,
nichts auf dieser Welt begehrt man mehr.

Tage wie Nächte voll von Stöhnen.
Beschriebenes Papier mit zarten Poesien.
Auf Bildern Fantasien der einzig Schönen.
Und komponieren zauberhafter Melodien.

Derweil die Künstler winden sich in Qualen
und lechzen nach dem ewiggleichen Traum,
sofern die Nähe nur im Schreiben und dem Malen,
denn wären sie pötzlich im selben Raum,

endlich aus Fleisch und könnte man sich reiben,
würde die Liebe dann weiterhin besteh’n?
Die Leidenschaft und Wahnsinn immer bleiben?
Nein. Sie wird im Miteinandersein simpel: Vergeh’n.

(©) Elsa Rieger

Juni 23rd, 2009 Posted in Autorentexte, Elsa Rieger Keine Kommentare

*rhythmusstörung*

du lehnst an der herzwand

durch meine adern ebbt
dein lachen
im rhythmus des scherbentons

kammert sich linksseitig ein

immer nur nachts und immer
am rande

lachen meine träume
taktlos
© Monika Kafka, 2009

Mai 12th, 2009 Posted in Autorentexte, Monika Kafka Keine Kommentare

Zeitreise

Senator Bill Cliffhanger spürte seine typische Überarbeitungs-Migräne wie einen Schraubstock um die Stirn, er stöhnte vernehmlich und das war
für seine Wahlmanagerin Monica Delete das Zeichen, die Besprechung in der Konferenzkabine der Lockhead JetStar unauffällig auslaufen zu lassen.

Der Senator drängte sich an ihr vorbei und griff - verdeckt von seinem Körper – kurz und hart zwischen ihre Oberschenkel.

Sie seufzte, dieser geile Bock würde sie mit Sicherheit die restliche Zeit bis zur Landung in Wisconsin noch in jedem Abteil der Lockhaed unter dem Vorwand durchvögeln, dass nur harter Sex ihn von seiner Migräne befreien könne.

Nicht einmal in der Bordküche hatte er sie unbehelligt gelassen und sie spürte jetzt noch die Metallbügel der Besteckschublade schmerzhaft in ihrer Kehrseite.

Ein Entkommen gabs aber wohl nicht, er musste, koste es was es wolle, bei Laune gehalten werden, das war ihr Auftrag und sie hasste diesen Teil ihres politischen Einsatzes.

Diesmal würde es besonders unangenehm werden.
Die Vorschläge und Strategien des mitreisenden Beraterteams hatte ihn immer ungeduldiger gemacht.
Sein Ego ließ es ohnehin nicht zu, Ratschläge zur Imagepflege anzunehmen.

Sie wusste, er würde jetzt seinen Zorn, sich dennoch den Erwartungen der Wähler anpassen zu müssen, brutal an ihr abreagieren.

Schwein verdammtes, murmelte sie zwischen den Zähnen, wohl wissend, dass sie trotzdem - wie schon so oft vorher - zu seiner Verfügung stehen würde.
Sein Sieg bei der Präsidentenwahl würde auch ihrer sein und ihre erste Amtshandlung als Senatorin darin bestehen, sich eine willige Sekretärin zuzulegen, mit der sie diese zwei Jahre als Polithure vergessen konnte.

Sie betrat verführerisch lächelnd sein Privatabteil.

Er saß völlig abwesend in dem breiten Sessel, den Reißverschluss der Hose schon halb geöffnet als wolle er nicht viel Zeit mit ihr verlieren, schien sie aber gar nicht zu sehen.

Er starrte auf den Sitz gegenüber und sagte:
” Wer sind Sie, was haben Sie hier zu suchen?”

Und dann lauter: ” Sicherheitsbeamter, hierher.”

Von außen wurde die Abteiltür aufgerissen und Luc, der Sicherheitsbeamte, stürmte mit gezogener Pistole in den Raum.

Ratlos blieb er stehen und sah Monica fragend an.

“Nun machen sie schon, raus mit dem Frauenzimmer hier, wie kann das nur passieren, wer ist dieses Weib denn”, der Senator schien außer sich zu sein.

Achselzuckend bedeutete Luc der wie erstarrt dastehenden Monica, das Abteil zu verlassen.

” Doch nicht Miss Delete Du hirnrissiger Idiot”, schrie der Senator, diese Person hier ist gemeint, schmeiß sie raus”.

” Wen Sir?” Der Sicherheitsbeamte sah aus, als sei er in den falschen Film geraten.

Bill Cliffhanger verstummte und sah aufmerksam zu dem leeren Sitz hinüber.

Plötzlich wandte er sich an Monica und sagte hastig,
” Raus hier, alle beide, schnell, schnell.”

Kopfschüttelnd steckte Luc seine Pistole wieder ins Halfter und verließ mit Monica das Abteil.

” Was war denn los?” Einer der mitreisenden Journalisten stand neugierig vor der Abteiltür und versuchte ins Innere zu spähen.

” Nichts, gar nichts, der Senator ist etwas überarbeitet”.
Monica war nicht gesonnen etwas zu erklären, das sie selbst nicht begriff.

Der Journalist grinste: ” Mir scheint, unser kommender Präsident gehört zu der Sorte, die sich einbildet, dass seine grauen Zellen erst ab einem gewissen Pegel Bemerkenswertes leisten.
Es soll ja Leute geben, die in diesem Zustand glauben, es bedürfe nur noch eines geringen Anstoßes und sie sind fähig, vor einer Fachversammlung der Mathematiker die Relativitätstheorie zu entschlüsseln,
oder ebenso kompetent die Erschaffung des Universums zu diskutieren.”

Er warf sich belustigt wieder in seinen Sitz, ließ Monica aber nicht aus den Augen und sie wusste, dieser Scheißkerl würde in seinem nächsten Artikel
anklingen lassen, dass Cliffhanger ein Alkoholproblem hatte.

Sie würde diesem Schmierfinken…..ehe sie den Gedanken zu Ende brachte, tönte die laute Stimme des Senators durch die Tür, seine Worte blieben
unverständlich, aber der Tonfall drückte tiefes Entsetzen aus.

Ehe Monica reagieren konnte, wurde die Kabinentür aufgerissen.

Cliffhanger sah das inzwischen vor seiner Tür versammelte Team mit rot unterlaufenen Augen an und stürmte dann ohne ein Wort an allen
vorbei ins Cockpit des Jet.

Der Pilot wandte sich überrascht und leicht unwillig auf seinem Sitz um, als der Senator hinter ihm auftauchte.

” Was kann ich für sie tun Sir?”

Sie müssen die Elektrik überprüfen lassen, es gibt einen Fehler im System, der linke Motor wird in Brand geraten, wenn Sie versuchen zu landen”.

Der Pilot schaltete auf Automatik und stand auf.

” Ich bin sicher Sir, dass die Elektrik völlig in Ordnung ist, etwaige Fehlfunktionen würde ich an den Armaturen sehen”, er fasste den Senator beruhigend am Ärmel.

Doch der riss sich los und schrie, ” Sie haben nur noch wenige Minuten Zeit Sie Ignorant, dann ist es zu spät, aber der Teufel soll mich holen, wenn ich meine Zeit damit verschwende, Euch subalternes Gesindel von den Tatsachen zu überzeugen, fahrt doch alle zur Hölle, ich werde” …er beendete den Satz nicht, sondern eilte durch den Kabinengang zurück in sein Privatabteil.
Ehe er die Tür heftig ins Schloss feuern konnte, fing Monica sie auf und schlüpfte hinter ihm hinein.

Er fuhr auf dem Absatz herum.

” Sags erst gar nicht, ich wills nicht hören.
Du siehst sie nicht oder?”

“Wen denn um Himmelswillen, ich sehe hier nur Dich und mich und ich denke, ich kann für Dein sonderbares Benehmen eine Erklärung erwarten, wie willst Du Deine irrationalen Handlungen denn vor dem Team und den Journalisten rechtfertigen, Du hast Dich da draußen soeben um Kopf und Kragen geredet”.

Er fasste sie hart an beiden Armen und stieß sie fast auf einen der Sitze.

“Es ist mir völlig egal, was die denken, sie werden nicht mehr lange genug leben, um irgendwelche Gerüchte über meine geistige Verwirrung oder Drogenkonsum in die Welt zu setzen. Hier geht es um alles. Ich muss, koste es was es wolle, Präsident werden, oder dieses Land erstickt in Korruption und Unmoral, ich bin der Einzige, der das verhindern kann.”

Monica lächelte mit hochgezogenen Augenbrauen, seine maßlose Selbstüberschätzung war ihr zwar bekannt, aber mit dieser Deutlichkeit hatte er sie bisher nicht ausgesprochen.

“Grinse nicht Du blöde Gans, ohne mich wird unser Land zum Schlußlicht jeder Entwicklung werden, wenn mein Gegner Präsident wird, dann wird die Technik
der Raum-Erkundung stagnieren , es wird niemals Zeitreisen geben und deshalb ist sie hier.”

Monica erschrak, er war ernstlich gestört.

Sie antwortete nicht, sondern sah ihn nur gespannt an.

Er fasste ihren Kopf mit beiden Händen und riss ihn rauh zu Seite.
“Da, da, saß sie noch vor ein paar Sekunden, behauptet, eine Zeitreisende zu sein.
Sie sagt, dass außer mir niemand sie sehen und hören kann und ich kanns auch nur, weil ich ihr einziges Ass im Ärmel bin.

Ich * m u s s * überleben um jeden Preis, ich bin die Rettung, der Messias wenn man so will”, er schüttelte sie heftig.

” Ich werde einen hervorragenden Platz in der amerikanischen, nein in der Weltgeschichte einnehmen, mein Name wird den jedes brillanten Geistes der Vergangenheit und Gegenwart überstrahlen.”

Als er Monicas ungläubiges Gesicht sah, stieß er sie wütend zurück.
“Du Schlampe begreifst also auch nichts, scher Dich raus Du Hohlhirn, ich kann Dich auf meinem glorreichen Weg ohnehin nicht brauchen.”
Seine Augen flackerten wild, er reckte sein massiges Kinn empor und nahm für Sekunden die Haltung eines Standbildes an.

Endlich fand Monica ihre Sprache wieder.

” Nach Deiner Vorstellung da draußen wirst Du gar nichts mehr werden,” sagte sie zornig und konnte eine gewisse Genugtuung in ihrer Stimme nicht verbergen.
” Ich würde Dir raten, Dich aufs Ohr zu legen und Deinen LSD Konsum einzuschränken, sonst werden Deine Ausfälle nicht mehr nur dem kleinen Kreis von Leuten bekannt bleiben, die alle daran interessiert sind, Dich abzuschirmen.”

Blitzschnell duckte sie sich, sodass der gefüllte Aschenbecher, den er als Wurfgeschoß benutzte, ihren Kopf um Haaresbreite verfehlte.

Eilig verließ sie die Kabine und er schrie hinter ihr her,
” das war Deine letzte Amtshandlung Du Hure,
in einigen Minuten wirst Du ohnehin Asche sein.”

” Nenn mich Amber”, sagte eine dunkle Stimme und die dazu gehörende Gestalt materialisierte sich auf dem Sitz neben dem des Senators.

Eine schöne Frau, etwa um die 40, das dunkle Gesicht strahlte Intelligenz und Souveränität aus, ihre Kleidung war futuristisch, farblich eher eine gelungene
Komposition als ein textiler Gebrauchsgegenstand.
Sie war fremdartig, faszinierend der Gesamteindruck.

“Ich erkläre es Dir jetzt zum letzten mal und dann musst Du eine Entscheidung treffen, denn Du hast nur noch 6 Minuten Zeit um zu überleben, dann geht der Pilot in den Landeanflug über und eine der Maschinen wird in Brand geraten.

Ich will, dass Du Dich rettest, weil Du als Person für die Menschheit der Zukunft von unschätzbarem Wert bist.
Mit Dir als Präsident der Vereinigten Staaten beginnt die Zeit der Erneuerung für die gesamte Erde. Gewinnt dagegen Dein Kontrahent die Wahl, kommt jemand an die Macht, der korrupt, dumm und ohne Moral ist.
Er wird die Zukunft so beeinflussen , dass Fortschritt auf allen Gebieten stagnieren wird und mehr als das, er wird neue Technologien immer wieder nur für militärische Zwecke nutzen um seine persönliche Vormachtstellung und die der USA durch Gewalt und Angst zu sichern.

Ich habe Dir vorausgesagt, dass Du den Piloten nicht dazu bringen kannst, die Elektrik zu überprüfen, mit Eueren technischen Möglichkeiten wäre eine
Reparatur während des Fluges auch gar nicht machbar.
Du musst abspringen.
Eine Rettung Deiner Begleitpersonen ist weder möglich noch in unserem Sinn, das würde an der Zeitschiene zuviel verändern.”

Sie schwieg und sah ihn abwartend an.

Man sah , wie geschmeichelt er war, dass seine Person für die Menschheit der Zukunft von derartiger Bedeutung sein sollte.
Sein Gesichtsausdruck wechselte zwischen ungläubiger Verwunderung und lächerlicher Aufgeblasenheit.

Doch dann sagte er mit misstrauisch zusammengekniffenen Augen:
” Und wie soll ich das machen? Niemand springt aus dieser Höhe ab, ohne schon nach den ersten Metern zu ersticken, außerdem kann ich wohl kaum einfach durch die Tür spazieren.”

” Verschaffe Dir die Pistole des Sicherheitsbeamten und schieße auf die Zentralverriegelung der Tür zum hinteren Einstieg.
Die entweichende Luft wird die Tür aus den Angeln reißen und der Weg ist frei für Dich.”

“AHA, wieso sollte ich Dir glauben und ohne die geringste Sicherheitsvorkehrung einfach ins Leere springen?”

Mit einer geschmeidigen Bewegung stand sie auf und sah ihn unverwandt an.
Sie hielt seinen Blick auf eine so intensive Weise fest, dass er sich nicht zu rühren wagte.
Sie war hinreißend schön.
Ihm war, als hätten Hirn und Lenden gleichzeitig die Vision einer Frau geschaffen, die ihm den Atem nahm.
Das tiefschwarze Haar lag wie ein schimmernder Helm um den schmalen, edlen Kopf, in dem schlanken Nacken zu einem lose geschlungenen, schweren Knoten gebunden.
Sie hatte die samtene Haut einer Inka-Göttin, schimmernd in mattem Goldton.
Die Lippen eine Offenbarung, voll und sinnlich, ohne allzu weich zu wirken.
Dieser Mund sah aus, als sei er es gewohnt, Befehle zu erteilen.
Die tiefdunklen, großen Augen tauchten bis auf den Grund seiner Seele.

Er erschauerte.

Sie sprach lange Zeit nicht, sah ihn nur an.

“Gib mir deine Hände!”

Es waren nur vier Worte, keineswegs eine Bitte, und nicht einmal hörbar.
Ein telepathischer Befehl.

Fast willenlos gehorchte er und spürte, einem multiplen Orgasmus gleich, einen Feuersturm durch seinen Körper rasen, als sie ihre langen schlanken
Finger mit den seinen verflocht und damit auf eine so unnachahmlich intime Weise Besitz von ihm ergriff, dass er sein Leben gegeben hätte, diesen Moment auf immer festzuhalten.

“Gehorche meinem Willen, JETZT…wie jedes mal, wenn ich dich rufen werde!”
Ihr telepathischer Befehl durchzuckte sein Gehirn fast peitschenartig.

Sein Hirn schien zu explodieren, er bäumte sich auf, gierig, sich ihr rückhaltlos anzubieten, willfährig bis zur Ekstase.
Sie war überall, in seinem Geist, seiner Seele, und umschloss ihn gnadenlos fordernd, bis jedes Atom seines Körpers sich lustvoll unterwarf.

” Ich werde da sein und Dich auffangen, das ist ein Versprechen”, sagte sie und ihr Bild löste sich langsam auf, wie Nebel in der Morgensonne.

Er zögerte keinen Moment mehr, riss die Kabinentür auf und rief nach Luc.

” Sir” , erwartungsvoll und beflissen sah der Sicherheitsbeamte ihn an.

Mit einem schnellen Griff riss der Senator Luc die Pistole aus dem Halfter, drehte sich um und ehe der Beamte reagieren konnte, feuerte Cliffhanger
mehrere Schüsse auf den hinteren Einstieg ab.

Mit einem gewaltigen Knall entwich die Luft.
Die übrigen Passagiere klammerten sich entsetzt an ihren Sitzen fest.

Bill Cliffhanger sprang mit einem Schrei ins Leere.

Er fiel, und fiel und schrie…..dann wurde sein Fall plötzlich zu einem sanften Absinken.
Der Senator lag in einer wolkenartigen Hängematte,
ihm zur Seite die schöne Amber, die ihn mit tiefer Befriedigung ansah.

“Ich danke Dir,” sagte sie und sah diabolisch schön aus als sie hinzufügte; ” Du hast mit Deinem Opfer die Zeitreisen endgültig sichergestellt und mir die Durchführung meines Auftrages ermöglicht”, sie lächelte.

“Opfer”? Cliffhanger sah verständnislos zu ihr auf.

“Meine Aufgabe war es, Dich auszuschalten.
Der dumme, korrupte und verbrecherische Präsident bist Du Cliffhanger.
Du musstest als Präsident verhindert werden.
Die Zeitreisenden der Zukunft lassen Dir danken ,” sagte sie und das Hologramm der Wolkenmatte löste sich ebenso auf, wie die schöne Amber.

Er stürzte schreiend in die Tiefe.

Die Titelseite  der Washington Post  erschien einen Tag später mit breitem Trauerrand und der Überschrift

*Ist das der Preis für den Kampf um die Macht?*

Zu Wort kamen die Wegbegleiter des Senators, sowie einige bekannte Psychologen, die dem Zusammenhang zwischen Stress-und -Überarbeitungssyndromen einerseits und dem Missbrauch von Alkohol und Medikamenten
andererseits breiten Spielraum einräumten.

In den Forschungszentren der USA - miteinander durch ein Hochfrequenznetz verbunden - erhoben sich die Teilnehmer einer multilateralen Konferenz applaudierend von ihren Sitzen.
Der Beifall galt Professor Altas, einer alten Dame, deren zerfurchtes Gesicht, tiefe Befriedigung ausdrückte.
Der  erste Test einer Willensbeeinflussung durch die Verbindung von Hologramm und telepathischer Suggestion war erfolgreich abgeschlossen.
In der Geschichte der Zeitreisen  würde der Name Cliffhanger weder als Verhinderer noch als Förderer auftauchen.
Ein militärischer Missbrauch würde nicht stattfinden.

Mai 11th, 2009 Posted in Autorentexte, Lieselore Warmeling Keine Kommentare